- Eine historische Masseria (befestigtes Gutshaus Apuliens) ist ein nicht reproduzierbares Gut mit eigenen Kaufregeln – darunter das landwirtschaftliche Vorkaufsrecht auf den Boden und Denkmalauflagen, die jede Sanierung mitbestimmen.
- EU-Bürger, also auch Deutsche und Österreicher, kaufen ohne Einschränkungen und brauchen kein Visum; für Schweizer und andere Nicht-EU-Bürger gilt das Gegenseitigkeitsprinzip, das unter anderem für die USA, Großbritannien, Australien und Kanada anerkannt ist.
- Die 7-%-Regelung für Bezieher ausländischer Renten (Art. 24-ter TUIR) gilt seit dem 7. April 2026 (Gesetz 34/2026) in süditalienischen Gemeinden bis 30.000 Einwohner – über insgesamt zehn Steuerperioden: das Zuzugsjahr plus neun Folgejahre.
- Die gesamten Erwerbsnebenkosten liegen je nach Zusammensetzung von Gebäude und Boden bei etwa 10 bis 15 Prozent des Kaufpreises.
Es gibt eine Immobilienart in Süditalien, die sich weder imitieren noch neu bauen noch anderswo nachbilden lässt. Die Masseria – das große befestigte Gutshaus, das seit Jahrhunderten die apulische Landschaft prägt – entstand nicht als Luxusdomizil. Sie entstand als Antwort auf die Angst.
Drei Meter hohe Umfassungsmauern, ein Wachturm, ein einziges Tor mit Schießscharten darüber: Die Struktur einer Masseria erzählt die Geschichte eines Landstrichs, in dem sich Bauern vor nordafrikanischen Piraten, Banditen und feudalen Überfällen schützten – mit derselben Logik, mit der wir heute Alarmanlagen installieren. Diese Geschichte ist in den apulischen Kalkstein eingeschrieben. Keine Baustelle der Welt kann sie reproduzieren. Genau deshalb ist der Markt für historische Masserie strukturell knapp – und strukturell im Wert steigend.
Was ist eine Masseria? Geschichte, Architektur, Identität
Der Begriff leitet sich vom lateinischen massa ab, einem zusammenhängenden Stück bewirtschafteten Landes. In Apulien entwickelten sich diese Landgüter zwischen dem 15. und dem 17. Jahrhundert nach und nach zu Verteidigungsanlagen: Umfassungsmauern, Ecktürme, Wasserzisternen, private Kapellen, unterirdische Ölmühlen, die in den Kalkfelsen geschlagen wurden. Das Ziel war, das Überleben einer ganzen Gemeinschaft im Fall eines Überfalls zu sichern.
Der typische Grundriss entwickelt sich um einen Innenhof – den jazzo –, an dem das Haus des Verwalters, die Lagerräume, die Ställe und die Quartiere der Saisonarbeiter liegen. Der massaro war der Verwalter des Latifundiums: nicht der Eigentümer, sondern der faktische Geschäftsführer eines adligen Besitzers, der das Land nur selten betrat. Von dieser Figur hat das Gebäude seinen Namen.
Die unterirdische Ölmühle, in den Fels gegraben, um dessen konstante Temperatur zu nutzen, erlaubte es, die Olivenverarbeitung den ganzen Winter über fortzusetzen. In einigen Masserie im Salento und im Valle d’Itria sind diese Strukturen seit vier Jahrhunderten unversehrt erhalten. Genau diese materielle Kontinuität macht Masserie zu wirklich einzigartigen Marktobjekten. Eine Masseria zu kaufen heißt nicht, ein Haus mit alten Mauern zu kaufen: Es heißt, eine Beziehung zu einem territorialen Erbe einzugehen, das Apulien als Teil seiner kollektiven Identität betrachtet.
Der Markt 2026: internationale Nachfrage, knappes Angebot
Der apulische Masseria-Markt hat eine strukturelle Grundeigenschaft: Das Qualitätsangebot ist knapp und wächst nicht. Historische Masserie sind ein fester Bestand – neue werden nicht gebaut, und bestehende kommen nur selten auf den Markt. So entsteht eine Situation, in der wachsende internationale Nachfrage auf ein Angebot trifft, das sich nicht ausweiten kann.
In den vergangenen zwei Jahren hat sich die internationale Nachfrage aus mehreren, zusammenlaufenden Gründen verstärkt. Britische Käufer suchen nach der Abschaffung des Non-Dom-Status (Steuerprivileg für „non-domiciled residents“) im Jahr 2024 nach Alternativen und finden in Italiens 7-%-Regelung und der Pauschalsteuer für Neuansässige eine strukturierte steuerliche Antwort. Amerikanische Käufer – oft, aber nicht nur, mit apulischen Wurzeln – sehen Apulien als das, was die Toskana vor zwanzig Jahren war: authentisch, noch nicht überteuert, noch erreichbar. Deutsche, niederländische und skandinavische Käufer vervollständigen das Bild.
Die drei wichtigsten Konzentrationszonen: das Valle d’Itria – das Dreieck Ostuni–Alberobello–Locorotondo –, Apuliens international etablierteste Gegend mit Trulli, Trockenmauern und Blick auf die Adria; der Salento – Lecce, Otranto, Gallipoli –, der seit einem Jahrzehnt anhaltend wächst; und die Adriaküste um Polignano a Mare, Monopoli und Fasano, wegen der Kombination aus Meer und Land vielleicht die begehrteste. Das Hinterland von Taranto und die Capitanata bieten niedrigere Preise für alle, die große Agrarflächen und ein ehrgeizigeres Umbauprojekt suchen.
Qualitätsobjekte erscheinen fast nie auf den großen Immobilienportalen. Sie zirkulieren über lokale Netzwerke aus Maklern, Notaren und Mundpropaganda. Ein verlässlicher Kontakt vor Ort – oder ein strukturierter Property-Finder-Service – macht oft den Unterschied zwischen dem richtigen Objekt und dem, was übrig bleibt, nachdem informierte Käufer bereits gewählt haben.
Wer darf kaufen? Regeln für ausländische Käufer
EU-Bürger – also auch Käufer aus Deutschland und Österreich – erwerben Immobilien in Italien zu denselben Bedingungen wie italienische Staatsangehörige, ohne jede Einschränkung. Für Nicht-EU-Bürger gilt das Gegenseitigkeitsprinzip (condizione di reciprocità): Italien erlaubt ausländischen Staatsangehörigen den Immobilienkauf nur, wenn deren Heimatland Italienern gleichwertige Rechte einräumt. Für die große Mehrheit der Herkunftsländer internationaler Masseria-Käufer – die USA, Großbritannien, Australien, Kanada, die Schweiz – ist die Gegenseitigkeit anerkannt. Der Notar prüft die aktuelle Lage im Einzelfall bei der Beurkundung.
Zwei praktische Voraussetzungen gelten für alle, unabhängig von der Staatsangehörigkeit: eine italienische Steuernummer (codice fiscale) – innerhalb weniger Tage bei jedem italienischen Konsulat im Ausland erhältlich – und ein italienisches Bankkonto, das für die notariellen Zahlungen und die Versorgungsverträge benötigt wird. Eine vollständige Anleitung zum Ablauf finden Sie im Beitrag zum Hauskauf in Italien aus dem Ausland; wie Sie die Steuernummer beantragen, erklärt Schritt für Schritt unser Leitfaden zum Codice fiscale.
Wichtig: Eigentum begründet kein automatisches Aufenthaltsrecht. Der Kauf einer Masseria ist ein Vermögensgeschäft, kein Aufenthaltstitel. Für Deutsche und Österreicher ist das unproblematisch: Als EU-Bürger brauchen sie kein Visum und melden sich bei einem Aufenthalt von mehr als drei Monaten einfach bei der Wohnsitzgemeinde an, mit Nachweis ausreichender Mittel und einer Krankenversicherung (Gesetzesvertretendes Dekret 30/2007). Nicht-EU-Bürger, die dauerhaft umziehen möchten, müssen dagegen separat und rechtzeitig das zu ihrem Profil passende Visum beantragen – etwa das Elective Residence Visa für Ruheständler mit passivem Einkommen.
Due Diligence: vier Prüfungen, die kaum ein Ratgeber erwähnt
Der Unterschied zwischen einem reibungslosen und einem problematischen Kauf entscheidet sich fast immer in der Due-Diligence-Phase (sorgfältige Objektprüfung), also vor dem Vorvertrag. Historische Masserie bergen vier Risikokategorien, die ausländische Käufer systematisch unterschätzen.
Denkmal- und Landschaftsschutz
Fast alle historischen Masserie liegen in Gebieten mit Landschaftsschutzbindung nach dem italienischen Kulturgüter- und Landschaftsgesetzbuch (Gesetzesvertretendes Dekret 42/2004), und viele sind selbst als Kulturgut eingetragen. Jeder strukturelle Eingriff – Anbauten, veränderte Öffnungen, Dacherneuerung – braucht die Genehmigung der Soprintendenza (staatliche Denkmalbehörde), die bestimmte Materialien, Bautechniken und Planungslösungen vorschreiben kann. Das Verfahren ist langsamer und komplexer als eine normale Baugenehmigung: 6 bis 18 Monate für größere Arbeiten sind keine Seltenheit. Umfang und Bestand der Bindungen zu prüfen ist der allererste Schritt – vor jedem Angebot.
Historische Bau- und Katasterabweichungen
Masserie wurden über Jahrhunderte erweitert, umgebaut und aufgeteilt, oft ohne dass jeder Eingriff formal registriert wurde. Nachkriegsanbauten, zu Wohnräumen geschlossene Laubengänge, aus offenen Flächen herausgeschnittene Lagerräume: Bau- und Katasterabweichungen sind die Regel, nicht die Ausnahme. Vor dem Vorvertrag sind ein professionelles Aufmaß und eine baurechtliche Konformitätsprüfung bei der zuständigen Gemeinde unerlässlich. Abweichungen, die sich nicht legalisieren lassen und erst nach der Beurkundung entdeckt werden, gehen zulasten des Käufers.
Landwirtschaftliches Vorkaufsrecht auf den Boden
Fast alle Masserie umfassen Flächen, die als landwirtschaftlich eingestuft sind. Das aktiviert das landwirtschaftliche Vorkaufsrecht nach Artikel 8 des Gesetzes 590/1965 und Artikel 7 des Gesetzes 817/1971. Kurz gefasst: Ist das Land an einen coltivatore diretto (selbstbewirtschaftender Landwirt) verpachtet, darf dieser das Objekt zu denselben Bedingungen kaufen, die dem ausländischen Käufer angeboten wurden. Gibt es keinen Pächter, geht das Recht auf angrenzende Eigentümer über, die selbstbewirtschaftende Landwirte oder professionelle Agrarunternehmer (IAP, imprenditore agricolo professionale) sind – vorausgesetzt, sie bewirtschaften ihr Land seit mindestens zwei Jahren persönlich und erfüllen die weiteren Voraussetzungen.
Der Mechanismus funktioniert so: Der Verkäufer muss die beabsichtigte Veräußerung per Einschreiben förmlich mitteilen. Der Vorkaufsberechtigte hat dann 30 Tage Zeit, sein Recht auszuüben. Unterlässt der Verkäufer die Mitteilung, kann der Berechtigte innerhalb eines Jahres nach Registrierung der Kaufurkunde das Einlösungsrecht (diritto di riscatto) geltend machen – das heißt, er kann selbst nach der Beurkundung zum selben Preis an die Stelle des Käufers treten und ihn aus dem Eigentum verdrängen.
Praktische Konsequenz für den ausländischen Käufer: Vor dem Vorvertrag klären, ob ein aktiver Landpachtvertrag besteht oder ob es angrenzende selbstbewirtschaftende Landwirte gibt. Existieren Berechtigte, muss der Notar die förmliche Mitteilung zustellen, was den Prozess um einige Wochen verlängert. Das ist kein unüberwindbares Hindernis – aber es zu übersehen, kann den Kauf kosten.
Internet und Netzabdeckung auf dem Land
Wer eine Masseria kauft, um dort remote zu arbeiten oder sie als Hauptwohnsitz zu nutzen, muss wissen: Die Glasfaserabdeckung auf dem apulischen Land ist noch sehr ungleich. Städte und ihr Umland sind in der Regel gut versorgt; abgelegene Masserie in tiefen ländlichen Zonen erreichen mitunter nur ADSL oder mobiles 4G/5G, mit schwankender Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit. Prüfen Sie vor dem Kauf die tatsächliche Abdeckung – nicht die angekündigten Ausbauziele – mit einem physischen Test beim Besichtigungstermin.
| Prüfung | Wann | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Denkmal- und Landschaftsbindungen | Vor jedem Angebot | Eintragung als Kulturgut, Auflagen der Soprintendenza, realistische Genehmigungsdauer (6–18 Monate) |
| Bau- und Katasterkonformität | Vor dem Vorvertrag | Professionelles Aufmaß, Abgleich mit den Genehmigungen der Gemeinde, Legalisierbarkeit von Abweichungen |
| Landwirtschaftliches Vorkaufsrecht | Vor dem Vorvertrag | Aktive Pachtverträge, angrenzende Landwirte, förmliche Mitteilung durch den Notar |
| Konnektivität | Bei der Besichtigung | Tatsächliche Glasfaser-/Mobilfunkabdeckung vor Ort testen, nicht Ausbaupläne glauben |
Der Kaufprozess: vom Vorvertrag zur Beurkundung
Der Vorvertrag (compromesso) fixiert Preis, Zahlungsmodalitäten und Beurkundungstermin. Die Anzahlung (caparra confirmatoria) – typischerweise 10 bis 20 Prozent des vereinbarten Preises – wird in dieser Phase geleistet. Dringend zu empfehlen sind aufschiebende Bedingungen: Der Kauf steht unter dem Vorbehalt einwandfreier baurechtlicher Prüfungen und des Fehlens offener Vorkaufsrechte. Ein Vorvertrag ohne diese Schutzklauseln setzt den Käufer dem Risiko aus, die Anzahlung zu verlieren, wenn Probleme auftauchen.
Der Notar erstellt die endgültige Kaufurkunde und ist von Gesetzes wegen unparteiisch: Er vertritt weder Käufer noch Verkäufer. Deshalb sollte sich der ausländische Käufer während des gesamten Prozesses von einem eigenen Rechtsberater begleiten lassen. Spricht der Käufer kein Italienisch, verlangt das italienische Recht die Anwesenheit eines vereidigten Dolmetschers bei der Beurkundung. Das ist keine Formalität: Fehlt er, kann die Urkunde anfechtbar sein. Wer den Termin nicht persönlich wahrnehmen kann, findet in unserem Beitrag zur Vollmacht beim Immobilienkauf in Italien die Regeln für den Kauf aus der Ferne.
Die Steuerstruktur: Gebäude versus Boden
Die Besteuerung einer Masseria ist komplex, weil die Kaufurkunde typischerweise zwei verschiedene Vermögenskategorien umfasst: das landwirtschaftliche Gebäude und den Agrarboden. Auf beide fallen unterschiedliche Steuern an, und der Status des Käufers beeinflusst die Belastung erheblich.
| Vermögensart | Privater Käufer (kein Landwirt) | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Landwirtschaftliches Gebäude (Masseria) | 9 % Registersteuer auf den erklärten Wert | zuzüglich fixer Hypotheken- und Katastersteuern |
| Agrarboden | 15 % Registersteuer auf den erklärten Preis | zuzüglich fixer Hypotheken- und Katastersteuern (je 50 €) |
| Geschätzte Gesamterwerbskosten | 10–15 % des Gesamtpreises | abhängig von der Zusammensetzung des Objekts |
Die regulatorischen Daten wurden mit Stand April 2026 anhand der Agenzia delle Entrate (italienische Steuerbehörde) und notarieller Quellen geprüft. Klären Sie die Details vor der Unterschrift immer mit dem beauftragten Notar. Werden Gebäude und Boden als funktionale Einheit gemeinsam verkauft, hängt die steuerliche Einordnung davon ab, welcher Bestandteil den überwiegenden Wert trägt. Der Notar legt die anwendbare Regelung in der Urkunde auf Basis der Kataster- und Bauunterlagen fest.
Renovierung: was Sie erwartet
Die Sanierung einer historischen Masseria ist an drei Fronten anspruchsvoll: regulatorisch, technisch und finanziell. Regulatorisch brauchen Arbeiten an geschützten Strukturen die Genehmigung der Soprintendenza, bevor die Gemeinde die Baugenehmigung erteilt. Technisch stellen Masserie besondere Herausforderungen: aufsteigende Feuchtigkeit in Natursteinmauern, flache Fundamente, Dachsysteme in lamia– oder Trullo-Bauweise und Haustechnik, die oft komplett neu aufgebaut werden muss.
Lokale Fachleute mit spezifischer Masseria-Erfahrung zu beauftragen – keine Generalisten – ist die wichtigste einzelne Entscheidung, die ein ausländischer Käufer in der Sanierungsphase treffen kann. Die Kosten variieren enorm, je nach Erhaltungszustand, Fläche und Ausbaustandard. Ein realistisches Budget lässt sich erst nach einer Vor-Ort-Begehung durch einen lokalen Geometra (Vermessungs- und Bautechniker) oder Architekten aufstellen, nachdem die Bindungen geprüft sind.
Die Masseria als Investment: Kurzzeitvermietung, Agriturismo und Rendite
Eine Masseria mit Pool in bester Lage im Valle d’Itria oder Salento gehört zu den ertragsstärksten Kurzzeitvermietungsobjekten Süditaliens. Die Hochsaison (Juli–August) liefert hohe Auslastung bei starken Übernachtungspreisen; die Nebensaisons im Frühjahr und Herbst wachsen Jahr für Jahr, getragen von der europäischen Nachfrage nach Erlebnistourismus.
Das Agriturismo-Modell (Urlaub auf dem Bauernhof) ist eine eigene Option: Es verlangt die Eintragung ins regionale Agriturismo-Register und die Verpflichtung, dass die Landwirtschaft gegenüber der Beherbergung die Haupttätigkeit bleibt. Der nationale Rahmen ist das Gesetz 96/2006; in Apulien gelten das Regionalgesetz 21/1996 und seine Änderungen. Sinnvoll ist das Modell dort, wo die Masseria echte landwirtschaftliche Produktion – Öl, Wein, Gemüse – hat, die sich neben der Gastlichkeit in Wert setzen lässt.
Kurzzeitvermietungen unterliegen einer Abgeltungsteuer von 21 Prozent für die erste Immobilie und 26 Prozent ab der zweiten (Haushaltsgesetze 2024 und 2026). Der nationale Identifikationscode CIN (Codice Identificativo Nazionale) ist seit November 2024 Pflicht (Gesetz 191/2023). Eine detaillierte Analyse von Renditen und Steuerstruktur italienischer Immobilieninvestitionen bietet der Beitrag zum Immobilieninvestment in Italien aus dem Ausland.
Impatria findet für Sie Qualitäts-Masserie in Apulien, die auf keinem Immobilienportal gelistet sind – über lokale Netzwerke und echte Ortskenntnis.
Steuerliche Anreize für Zuziehende: die 7-%-Regelung in Apulien 2026
Für alle, die eine Masseria kaufen und ihren steuerlichen Wohnsitz hierher verlegen möchten, ist Apulien seit der Gesetzesänderung vom 7. April 2026 noch attraktiver. Das Gesetz 34/2026 hat die Einwohnergrenze der Gemeinden, die für die 7-%-Regelung für Bezieher ausländischer Renten (Art. 24-ter TUIR, italienisches Einkommensteuergesetz) infrage kommen, von 20.000 auf 30.000 angehoben. Das öffnet den Anreiz für viele mittelgroße apulische Gemeinden, die zuvor ausgeschlossen waren: Orte wie Fasano, Nardò, Manduria und etliche mehr.
Die Regelung erlaubt es Beziehern einer Rente aus ausländischer Quelle, die ihren steuerlichen Wohnsitz in eine berechtigte Gemeinde des Mezzogiorno verlegen, eine Ersatzsteuer von 7 Prozent auf sämtliche ausländischen Einkünfte zu zahlen – für insgesamt zehn Steuerperioden, also das Jahr des Zuzugs plus die neun folgenden. Kernbedingungen: kein steuerlicher Wohnsitz in Italien in den fünf vorangegangenen Steuerperioden; die Rente muss aus ausländischer Quelle stammen; das Herkunftsland muss den Informationsaustausch mit Italien zulassen.
Ein Punkt, der speziell für Leser aus dem DACH-Raum entscheidend ist: Ob Ihre Rente tatsächlich unter die 7 Prozent fällt, regelt das jeweilige Doppelbesteuerungsabkommen (DBA). Nach dem DBA Italien–Deutschland von 1989 bleibt die gesetzliche Rente der Deutschen Rentenversicherung (Art. 19 Abs. 4) in Deutschland steuerpflichtig – sie kann also nicht in die 7-%-Regelung einfließen; profitieren können vor allem Betriebsrenten, private Renten und Kapitaleinkünfte. Für Österreicher ist das Bild günstiger: Nach dem DBA Italien–Österreich von 1981 werden gesetzliche ASVG-Pensionen (Art. 18) im Wohnsitzstaat Italien besteuert und können die 7 Prozent nutzen; öffentliche Beamtenpensionen bleiben nach Art. 19 Abs. 3 lit. a grundsätzlich in Österreich steuerpflichtig – außer, der Bezieher ist in Italien ansässig und zugleich italienischer Staatsbürger (lit. b). Lassen Sie Ihre konkrete Konstellation vor dem Umzug von einem Steuerberater prüfen; wie der Umzug als Ruheständler insgesamt abläuft, zeigt unser Leitfaden Als Rentner nach Italien auswandern.
Wo suchen? Apuliens Zonen nach Käuferprofil
| Zone | Charakteristik | Ideales Käuferprofil |
|---|---|---|
| Valle d’Itria (Ostuni, Locorotondo, Alberobello) | Höchste Dichte historischer Masserie, etablierte internationale Nachfrage, Premiumpreise | Luxus-Zweitwohnsitz, Premium-Vermietung, dauerhafter Wohnsitz |
| Adriaküste (Polignano, Monopoli, Fasano) | Meeresnähe, reifer Markt, starke saisonale Mietnachfrage | Sommer-Zweitwohnsitz, Kurzzeitvermietung, ausgewogenes Investment |
| Salento (Lecce, Otranto, Gallipoli) | Starkes Wachstum der letzten Jahre, Barockarchitektur, expandierender internationaler Tourismus | Expat-Hauptwohnsitz, Investment im mittleren Segment, Agriturismo |
| Hinterland und Capitanata | Zugänglichere Preise, große Landparzellen, geringer Tourismusdruck | Agriturismo-Projekt, landwirtschaftlicher Lebensstil, langfristiges Investment |
Fazit
Der Kauf einer Masseria in Apulien ist kein gewöhnliches Immobiliengeschäft. Es ist ein Projekt, das Vorbereitung verlangt, Geduld – und das Verständnis, dass hinter jeder Kalksteinmauer neben architektonischen auch juristische Geschichtsschichten liegen. Landwirtschaftliche Vorkaufsrechte, Auflagen der Soprintendenza, über Jahrhunderte angesammelte Katasterabweichungen: Das sind reale Variablen, keine abstrakten bürokratischen Hürden. Wer sie im Voraus versteht, verwandelt ein potenzielles Risiko in eine planbare Phase des Prozesses.
Der apulische Masseria-Markt hat eine Eigenschaft, die Zahlen allein nicht vermitteln: Die besten Objekte warten nicht. Sie wandern durch lokale Netzwerke, vertraute Notare und Mundpropaganda – und Käufer, die mit vollständigen Unterlagen, bereits beantragtem Codice fiscale und einem klaren Bild ihres Steuerprofils antreten, haben einen strukturellen Vorteil gegenüber denen, die erst nach dem Fund des Hauses mit der Recherche beginnen.
Apulien ist 2026 kein Nischenziel mehr. Es ist eine Region, die eine echte Infrastruktur für internationale Käufer aufgebaut, ihre steuerlichen Instrumente aktualisiert hat – mit der in diesem Jahr in Kraft getretenen Ausweitung der 7-%-Regelung auf Gemeinden bis 30.000 Einwohner – und sich eine Authentizität bewahrt hat, die stärker touristisch geprägte Regionen teilweise verloren haben. Für alle, die bereit sind, die nötige Vorarbeit zu leisten, bleibt sie eine der überzeugendsten Gelegenheiten auf dem europäischen Immobilienmarkt.
- Agenzia delle Entrate — Italienische Steuerbehörde: Registersteuern beim Immobilienkauf und Regelung des Art. 24-ter TUIR
- Normattiva · D.lgs 42/2004 — Kulturgüter- und Landschaftsgesetzbuch: Denkmal- und Landschaftsbindungen
- Normattiva · Gesetz 590/1965 — Landwirtschaftliches Vorkaufsrecht, Art. 8
- Normattiva · Gesetz 96/2006 — Nationaler Rahmen für den Agriturismo
- Notariato — Italienischer Notarrat: Ablauf von Vorvertrag und Beurkundung, Käuferschutz
- Bundesministerium der Finanzen — Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland–Italien von 1989
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Häufige Fragen
Ja, wenn sein Land ein Gegenseitigkeitsabkommen mit Italien hat. Für Bürger der USA, Großbritanniens, Australiens, Kanadas und der Schweiz ist die Gegenseitigkeit anerkannt; EU-Bürger wie Deutsche und Österreicher kaufen ohnehin ohne Einschränkungen. Der Notar prüft die aktuelle Rechtslage bei der Beurkundung. Wichtig: Eigentum begründet kein automatisches Aufenthaltsrecht – der Aufenthalt folgt eigenen Regeln.
Gehört zur Masseria Agrarland – was fast immer der Fall ist –, haben der pachtende Landwirt oder, falls keiner existiert, angrenzende selbstbewirtschaftende Landwirte und professionelle Agrarunternehmer (IAP) nach Gesetz 590/1965, Art. 8 und Gesetz 817/1971, Art. 7 das Recht, zu denselben Bedingungen zu kaufen. Sie haben ab förmlicher Mitteilung 30 Tage Zeit. Unterbleibt die Mitteilung, kann der Berechtigte binnen eines Jahres nach Registrierung der Urkunde den Käufer aus dem Eigentum verdrängen.
Fast immer ja. Historische Masserie liegen in landschaftsgeschützten Gebieten (Gesetzesvertretendes Dekret 42/2004), viele sind selbst als Kulturgut eingetragen. Strukturelle Arbeiten brauchen die Genehmigung der Soprintendenza, die Materialien, Bautechniken und Volumen vorschreiben kann. Planen Sie diesen Prozess frühzeitig und mit erfahrenen lokalen Fachleuten – 6 bis 18 Monate Genehmigungsdauer sind bei größeren Eingriffen realistisch.
Für einen privaten ausländischen Käufer ohne Landwirtstatus: 9 Prozent Registersteuer auf den Wert des landwirtschaftlichen Gebäudes und 15 Prozent auf den Preis des Agrarbodens, jeweils zuzüglich fixer Hypotheken- und Katastersteuern sowie Notargebühren. Die Gesamterwerbskosten liegen typischerweise zwischen 10 und 15 Prozent des Preises, abhängig von der Zusammensetzung des Objekts. Klären Sie den konkreten Fall immer mit dem beauftragten Notar.
Ja – Apulien gehört zu den acht süditalienischen Regionen, in denen die Regelung greift. Seit dem 7. April 2026 (Gesetz 34/2026) liegt die Einwohnergrenze der berechtigten Gemeinden bei 30.000. Bezieher ausländischer Renten zahlen dann 7 Prozent auf alle ausländischen Einkünfte, über zehn Steuerperioden: das Zuzugsjahr plus neun weitere. Die Berechtigung hängt vom Einzelfall ab und gehört immer in die Hände eines qualifizierten Steuerberaters.
Das entscheidet das Doppelbesteuerungsabkommen. Die gesetzliche Rente der Deutschen Rentenversicherung bleibt nach dem DBA von 1989 (Art. 19 Abs. 4) in Deutschland steuerpflichtig und fällt nicht unter die 7 Prozent; Betriebsrenten und Privatrenten dagegen meist schon. Österreichische ASVG-Pensionen werden nach dem DBA von 1981 (Art. 18) in Italien besteuert und profitieren; öffentliche Beamtenpensionen bleiben in Österreich, sofern Sie nicht italienischer Staatsbürger mit Wohnsitz in Italien sind.
Ja. Kurzzeitvermietungen unterliegen einer Abgeltungsteuer von 21 Prozent für die erste Immobilie und 26 Prozent ab der zweiten. Der nationale Identifikationscode CIN ist seit November 2024 Pflicht. Wer mehrere Objekte dauerhaft und organisiert vermietet, überschreitet die Schwelle zur gewerblichen Tätigkeit und muss zusätzliche unternehmerische Pflichten erfüllen – von der Umsatzsteuer bis zur Gewerbeanmeldung.
Die besten Objekte zirkulieren über lokale Netzwerke, bevor sie den offenen Markt erreichen – über Makler, Notare und Mundpropaganda. Ein strukturierter Property-Finder-Service mit lokalen Scouts und echter Ortskenntnis reduziert das Risiko erheblich, nur das zu kaufen, was übrig geblieben ist, nachdem informierte Käufer längst gewählt haben. Er verschafft zudem Zugang zu Objekten, die nie öffentlich angeboten werden.

